Das war’s noch lange nicht!

Mein Vater kommt aus einer Generation, die nie gelernt hat einen in den Arm zu nehmen oder zu sagen „ich habe Dich lieb“. Gezeigt hat er es aber immer. Mein Vater ist im Krieg geboren und hat viel erlebt.

An einem hat es mir nie gemangelt: er hat uns immer das Gefühl gegeben, das er mächtig stolz auf uns ist. Und er war immer, wirklich immer kompromisslos für uns da. Dafür bewundere und liebe ich ihn.

Heute morgen hat auch ihn der Krebs geholt.

Er hat mir drei unbezahlbare Dinge hinterlassen: den stolz auf meine Kinder, dass Jungs immer saubere Fingernägel haben müssen (ich habe es im Ohr, als wäre es gestern gewesen, dass ich ihm als Knirps meine Hand im Bad hinhielt) und die Weisheit sich selber nicht zu ernst zu nehmen, um Leute die es tun, nicht ernst nehmen zu müssen, denn das Leben ist ernst genug, gerade an einem scheiß Tag wie heute.

Aber das Leben wird weitergehen. Ich werde meine Familie lieben und irgendwann jubeln, wenn Deutschland wieder Weltmeister wird.

Dabei werden wir an Dich denken.

Wilfried Seyer *18.07.1938 +04.07.2013

Opa mit Nils & Paul in Hess. Oldendorf Stadtwall

P.S. 2014 habe ich Dich beim Endspiel vermisst. Wir haben gewonnen.

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Mach´s gut Jürgen

Letzte Woche erfuhr ich am Telefon von Jürgens Tod . Er war der Vater meines ältesten und besten Freundes. Ich kannte ihn deshalb auch schon seit unserer Grundschulzeit.

Zwar wohnte er weiter im süden Deutschlands und ich habe zu selten mit ihm zu tun gehabt, trotzdem fühlte ich mich ihm sehr verbunden. Nicht nur weil er der einzige „Erwachsene“ war, mit dem ich mich schon früh duzte. Nein, er war viel mehr ein Vorbild. Der Rocker unter den Vätern.

Jürgen hatte gleich drei Studiengänge mit Erfolg abgeschlossen, war in den 70ern so erfolgreich, daß ihm sein Chef mal einen Ferrari hinstellte (den fand er aber kacke), fuhr Porsche und Camaro, war irgendwann mal der Besitzer einer Discothek, wohnte der Lebensqualität wegen in der Rheinland – Pfalz, auch sah man ihn nie ohne Kippe im Mund und er trug lange Haare zu seinen Mercedes S-Klassen.

Aus unserer spießigen Kleinstadtsicht heraus ein Outlaw, einer der seine Träume verwirklicht und macht, was ihm wirklich gefällt. Ein starker Typ. Ich kann nicht leugnen, dass er mich beeinflusst hat und ich ihn bewunderte.

Jetzt hat ihn der scheiß Krebs dahingerafft und ich muss unwillkürlich an die Worte Douglas Adams denken:

mach´s gut und Danke für den Fisch!

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